Sutelstraße 79 an der Noltemeyerbrücke
Früher machten die Kutscher auf dem Weg nach Hamburg und Celle bei „Noltemeyer“ Halt, um die Pferde zu wechseln,“ weiß Hannelore Haase aus Erzählungen ihrer Großeltern.
Noch bevor elektrische Straßenbahnen das Stadtbild bestimmten, endete hier die Strecke. Von dort ging es weiter mit Kutschen oder zu Fuß in die umliegenden Gärten und Gaststätten.
Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich das Gelände immer wieder. Teile des ursprünglichen Hofes mussten weichen, unter anderem durch Straßenbau und infrastrukturelle Maßnahmen. Enteignungen und Umgestaltungen prägten die Entwicklung.
Der alte Gebäudekern verschwand nach und nach. Was blieb, ist die Erinnerung, unter anderem in Form historischer Fotos, die bis heute im Haus erhalten sind.
Ein entscheidender Einschnitt kam Ende der 50er Jahre.
1959 wurde das heutige Gebäude errichtet.

1960 eröffnete Dr. Friedrich-Wilhelm Brüll die Noltemeyer Apotheke in diesem Gebäude, gemeinsam mit Photo Schulze und der Gaststätte Noltemeyer.
Die historischen Aufnahmen aus dieser Zeit zeigen den Neubau und die frühe Nutzung. Sie markieren den Übergang von der alten Struktur hin zu dem Standort, wie man ihn heute kennt.
Im April 1997 übernahm Hannes Brüll die Apotheke in 3. Generation. Familie Schulze ging Ende 2001 in den Ruhestand, die Räumlichkeiten von Photo Schulze wurden von der Noltemeyer Apotheke übernommen und im Juli 2002 wurde die vergrößerte Fläche eröffnet.
Parallel dazu entwickelte sich das Gebäude der heutigen Eigentümergemeinschaft der Sutelstraße 79 weiter zu einem vielseitigen Standort.
Über die Jahre zogen unterschiedliche medizinische und therapeutische Angebote ein.
Arztpraxen, Behandlungen und Dienstleistungen ergänzen sich hier unter einem Dach.
Auch Wohnen ist bis heute ein fester Bestandteil des Hauses. Das Haus selbst ist damit mehr als nur ein Gebäude.
Es ist ein Ort, an dem sich Entwicklung über Jahrzehnte ablesen lässt. Vom landwirtschaftlich geprägten Ursprung über die Zeit als Ausflugsziel bis hin zum gewachsenen Standort mit unterschiedlichen Nutzungen.
Die historischen Bilder aus den verschiedenen Bauphasen und der frühen Zeit machen diesen Wandel sichtbar.

Sie zeigen nicht nur Architektur, sondern einen Moment des Aufbruchs.
Ein Haus, das geblieben ist. Und eine Geschichte, die weitergeht.
